Inschrift
(Lykisch)

In Sillyon (heutige Tür­kei) ent­deckte Stein­in­schrift aus dem 5./4. Jhd. v. Chr. Ly­kisch ge­hört zur lu­wi­schen Un­ter­grup­pe der Ana­to­li­schen Spra­chen.



Manuskript
(Armenisch)

Die altarmenische Hand­schrift stammt aus dem 5./6. Jhd. Das ar­me­ni­sche Al­pha­bet wurde im 5. Jhd. von dem Mönch Mesrop Maschtoz ent­wickelt.



Codex Argenteus
(Gotisch)

Der Codex Argenteus ("sil­ber­nes Buch") enthält Teile der Evan­ge­lien aus der Bi­bel­über­setzung des Bi­schofs Wul­fila. Ge­fer­tigt um 500, ist er eines der äl­tes­ten Schrift­zeug­nis­se in einer ger­ma­ni­schen Sprache.

Tontafel
(Linear B)

Die in Mykene, Grie­chen­land, ge­fun­de­ne Ta­fel ist in Li­near B be­schrie­ben. Diese Schrift stammt von der kre­tisch-mi­noischen Li­near A ab. Das My­ke­ni­sche ist der äl­tes­te be­kannte grie­chi­sche Dia­lekt (14.–12. Jhd. v. Chr.).



Manuskript
(Tocharisch B)

Die Handschrift enthält ei­nen Text in To­cha­risch B. Die To­cha­ri­schen Dia­lek­te ge­hö­ren zu den aus­ge­stor­be­nen in­do­ger­ma­ni­schen Spra­chen und wur­den in der zwei­ten Hälf­te des 1. Jahr­tau­sends n. Chr. im Ta­rim-Becken (heu­ti­ges Nord­west-China) ge­spro­chen.

Projekte

An zahlreichen Universitäten gibt es Forschungsprojekte zu Themen rund um Indogermanistik und Sprachwissenschaft, die wir hier jeweils kurz vorstellen möchten. Interessierte können sich, soweit vorhanden, über die Links weiter informieren.

Projekte zu übergeordneten Themen:

Indo-European Etymological Dictionary

Seit 1991 wird an der Univ. Leiden (NL) in einem groß angelegten Projekt unter der Leitung von Prof. Dr. Alexander Lubotsky eine Reihe etymologischer Wörterbücher zu indogermanischen Sprachen erarbeitet, von denen inzwischen der 9. Band (Proto-Celtic) erschienen ist. Das Projekt wird von der Nederlandse Organisatie voor Wetenschappelijk Onderzoek (NWO) gefördert. Lees meer... en nog meer...

Mehrdimensionale Wortschatzvernetzung

Ein von den Jenaer Indogermanistinnen Prof. Dr. Rosemarie Lühr, Dr. Bettina Bock und Dr. Sabine Ziegler sowie dem Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Johannes Ruhland und dem Diplomkaufmann Ralf Herud gemeinsam erstellter Projektantrag ist für das BMBF-Förderprogramm „Forschung für den Markt im Team“ (ForMaT) im Rahmen der Innovationsinitiative Neue Länder „Unternehmen Region“ausgewählt worden. 30 Projekte wurden für die Förderphase I ausgewählt. Unter diesen ist die „Mehrdimensionale Wortschatzvernetzung“ – so der Titel des Projekts – das einzige geisteswissenschaftlich fundierte Vorhaben. In der Förderphase I, die für 6 Monate mit bis zu 100.000 EUR unterstützt wird, geht es nun darum, das kommerzielle Verwertungspotential indogermanistischer Forschungsergebnisse gemeinsam einem Screening zu unterziehen. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass eine Internetplattform die besten Möglichkeiten bietet, unsere Forschungsergebnisse für die Öffentlichkeit aufzubereiten. Die Website weist noch einige Lücken auf, die aber bei einer Weiterförderung des Projekts in den nächsten Jahren geschlossen werden. Des Weiteren soll in Jena eine ständige Ausstellung eingerichtet werden.

IECASTP - Indo-European Case and Argument Structure in a Typological Perspective

It has been categorically assumed within both synchronic and diachronic linguistics that oblique or non-nominative subjects are a modern phenomenon in the Indo-European languages where they are attested, and that they have developed from objects, although the exact nature of this development remains both unexplored and unaccounted for. A more radical view was suggested in Eythórsson and Barðdal (2005) where it is argued that subject-like obliques in Germanic already behaved syntactically as subjects in Old Germanic. This raises the question whether there has at all been a development from object to subject status in the proto-language. In order to answer that question, a proper investigation will be carried out of non-canonically case-marked argument structure constructions in Indo-European, including the following: a) the semantics and predicate structure of oblique-subject predicates in the Indo-European languages, b) the syntactic function of the subject-like oblique in the early and archaic Indo-European languages, c) the distribution and nature of oblique anti-causative intransitives in the West-Indo-European languages, d) the origin, emergence and development of argument structures with oblique subjects in the IE languages, and e) the development of object case marking in the earliest IE languages. Further information...

PROIEL - Pragmatic Resources in Old Indo-European Languages

In diesem vom Norwegian Research Council (Programm YFF, 2008-2012) geförderten Projekt werden an der Univ. Oslo (NO) unter der Leitung von Prof. Dr. Dag Haug die Sprache des griechischen Neuen Testaments und ihre Übersetzungen ins Lateinische, Gotische, Armenische und Altkirchenslavische vergleichend untersucht mit folgenden Schwerpunkten: Wortstellung / Diskurspartikeln / Pronomina und PRO-drop / Definitsheitsmarkierung / Partizipien und ihre (nebensatzwertige) Verwendung für Hintergrundinformationen. Genaueres.

Verbalnomina im Indoiranischen und Keltischen

Seit Juli 2007 werden unter der Leitung von Prof. Dr. Karin Stüber an der Univ. Zürich (CH) Form, Funktion und syntaktische Verwendung von Verbalnomina in infinitivähnlichen Ausdrücken im Vedischen, Avestischen, Altirischen und Kymrischen untersucht. Das Projekt wird bis Juni 2011 vom SNF finanziert. Weitere Mitarbeiter sind Dr. Thomas Zehnder und Dieter Bachmann, lic.phil. Genaueres.

Die Informationsstruktur in älteren indogermanischen Sprachen

An dem seit Mai 2009 von der DFG geförderten Projekt erarbeiten Dr. Susanne Schnaus, Dr. Carlotta Viti und Matthias Passer, M.A., unter der Leitung von Prof. Dr. Rosemarie Lühr an der Univ. Jena (DE) die Informationsstruktur des Altindischen, Griechischen, Hethitischen und Lateinischen. Im Mittelpunkt stehen die Untersuchung von Diskursstrategien, die Topik- und Fokusarten sowie die linke und rechte Peripherie des Satzes. Genaueres demnächst hier.

Normen und Werte

Im Rahmen des Schwerpunktes "Einheit und Vielfalt? Grundlagen und Voraussetzungen eines erweiterten Europas" fördert die VolkswagenStiftung das internationale (DE, PL, RO) und interdisziplinäre Projekt "Normen- und Wertbegriffe in der Verständigung zwischen Ost- und Westeuropa", in dem in einer mehrsprachigen Konkordanz die Normen- und Wertbegriffe in Sprachen Osteuropas und Westeuropas unter verschiedenen Gesichtspunkten (Sprachwissenschaft, Philosophie, Soziologie) erklärt und dargestellt werden. Mehr...

Projekte zu anatolischen Sprachen:

Stressing the facts, Accentuation in Hittite

Unter der Leitung von Dr. Alwin Kloekhorst wird an der Univ. Leiden (NL) das Akzentuierungssystem des Hethitischen - auch vor dem Hintergrund der Akzentuierungssysteme anderer indogermanischer Sprachen - untersucht. Das Projekt wird von der Nederlandse Organisatie voor Wetenschappelijk Onderzoek (NWO) im Rahmen des Vernieuwingsimpuls Veni gefördert. Lees meer...

Archäologisch-sprachwissenschaftliches Corpus der Denkmäler mit lykischer Schrift

Ein Team von Archäologen und Sprachwissenschaftlern der Univ. Wien (AT) wird in einem auf vier Bände angelegten Kompendium alle lykischen Inschriften neu erfassen und kommentieren. Die Leitung der sprachwissenschaftlichen Seite obliegt Prof. Dr. Heiner Eichner. Das Projekt wird vom österreichischen FWF gefördert. Beschreibung.

Projekte zu indoiranischen Sprachen:

RIVELEX. Rigveda-Lexikon

An der Univ. Salzburg (AT) wird unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Krisch ein neues, voraussichtlich achtbändiges Rigveda-Wörterbuch nach den neuesten Erkenntnissen der allgemeinen und indogermanischen Sprachwissenschaft erstellt. Der erste Band (Buchstabe a, der etwa ein Achtel des gesamten rigvedischen Wortschatzes umfasst) ist 2006 im Leykam-Verlag erschienen, der zweite Band (die restlichen Vokale) wird zur Zeit von den Mitarbeitern (Dr. Christina Katsikadeli, Mag. Stefan Niederreiter, Mag. Konstantinos Sampanis und Dr. Sabine Ziegler) vorbereitet und soll 2011 erscheinen. Das RIVELEX wird vom österreichischen Fonds für wissenschaftliche Förderung (FWF) finanziert. Mehr dazu.

Die Funktion und Entwicklung von Lokalpartikeln im Vedischen

Seit Februar 2009 werden unter der Leitung von Prof. Dr. Heinrich Hettrich an der Univ. Würzburg (DE) von den beiden Mitarbeiterinnen Dr. Antje Casaretto und Dr. Carolin Schneider die vedischen Lokalpartikeln in funktionaler Hinsicht synchron und diachron untersucht. Das Projekt wird von der DFG gefördert. Weitere Informationen können Sie hier erhalten.

Projekte zu griechischen Sprachen:

Projekte zu italischen Sprachen:

Neuedition der "Etruskischen Texte"

Unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Meiser wird an der Univ. Halle/Saale (DE) eine Neubearbeitung der Etruskischen Texte von Helmut Rix verfasst unter Einbeziehung neugefundener oder bisher verschollener etruskischer Inschriften. Dazu wird auch eine CD-ROM erstellt, die komfortable Suchfunktionen bieten wird. Das Projekt wird von der DFG gefördert. Mehr....

Projekte zum Armenischen:

Edition des Wörterbuchs des Mittelarmenischen von Josef Karst

Das von der VolkswagenStiftung geförderte Projekt setzt sich zum Ziel, das durch Zerfall gefährdete Manuskript des Armenologen Josef Karst durch eine ausführliche Edition zu retten. Es ist die umfangreichste Sammlung zum Mittelarmenischen und zugleich ein Kompendium der mittelarmenischen Kultur, denn Karst hat außer den Lemmata und deren Übersetzung zahlreiche Anmerkungen zu Geschichte, Recht, Medizin usw. gesammelt. Die Edition der etwa 8000 Blätter geschieht in Zusammenarbeit zwischen der Univ. Halle (DE) unter Leitung von Prof. Dr. Gerhard Meiser, PD Dr. Armenuhi Drost-Abgaryan und dem Maštoc-Matenadaran-Institut in Jerewan (AM). Genaueres zum Projekt und den Mitarbeitern erfahren Sie hier.

Projekte zu keltischen Sprachen:

Ein interaktives Onlineetymologikon des Lepontischen

Unter der Leitung von Mag. Dr. David Stifter entsteht ein innovatives etymologisches Onlinewörterbuch zu der altkeltischen Sprache Lepontisch. Eine genauere Beschreibung des Projekts finden Sie hier.

A Dictionary of the Old-Irish Glosses in the Milan Codex Ambrosianus C 301

Unter der Leitung von Mag. Dr. David Stifter und der Mitarbeit von Dr. Aaron Griffith entsteht an der Univ. Wien (AT) zur Zeit ein das gesamte Sprachmaterial der Mailänder Glossen umfassendes Wörterbuch, das vom Österreichischen Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) seit Mai 2006 gefördert wird. Beschreibung und Genaueres.

Die altkeltischen Sprachreste in Österreich

Seit Sommer 2008 untersucht Mag. Dr. David Stifter von der Univ. Wien (AT) im Rahmen eines FWF-Projektes die Reste keltischer Sprache in Österreich, darunter auch "Endlichers Glossar", das man als einziges altes "gallisches Wörterbuch" bezeichnen könnte. Auch wenn es nicht allzu viele Wörter umfasst, ist es doch von unschätzbarem Wert für Historische Sprachwissenschaft und Keltologie. Mehr...

Projekte zu germanischen Sprachen:

Etymologisches Wörterbuch des Althochdeutschen

Unter der Leitung von Prof. Dr. Rosemarie Lühr erarbeitet ein Team von Indogermanisten (Dr. Maria Kozianka (Arbeitsstellenleitung); Dr. Roland Schuhmann, Harald Bichlmeier, M.A.) an der Univ. Jena (DE) den inzwischen 5. Band des Wörterbuchs. Der 4. Band (G-H, Verlag Vandenhoeck & Ruprecht) ist im Druck. Das Wörterbuch ist ein Langzeitprojekt der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Mehr...

Deutsche Wortfeldetymologie in europäischem Kontext

Unter der Leitung von Prof. Dr. Rosemarie Lühr erarbeitet ein Team von Indogermanistinnen (PD Dr. Susanne Zeilfelder (Arbeitsstellenleitung), Dr. Bettina Bock, Dr. Sabine Ziegler) seit April 2007 an der Univ. Jena (DE) ein neuartiges Wörterbuch, in dem vor allem die semantische Entwicklung deutscher Wörter und Phrasen seit dem Althochdeutschen unter Einbeziehung von Entlehnungen und Europhrasen untersucht wird. Für das äußerst datenreiche Projekt wird von zwei technischen Mitarbeitern (Ulrike Ertel, M.A., Stefan Lotze, M.A.) eine Datenbank programmiert, die viele Möglichkeiten der Datensuche zulässt. Dieses Langzeitprojekt wird von der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig gefördert. Mehr... und noch mehr...

Schiller-Wörterbuch

Seit 1997 wird von Prof. Dr. Rosemarie Lühr, PD Dr. Susanne Zeilfelder sowie einigen Mitarbeiterinnen an der Univ. Jena (DE) das Schiller-Wörterbuch erarbeitet. Es stellt den Wortschatz des deutschen Dichters Friedrich Schiller vollständig auf. Mehr...

Referenzkorpus Altdeutsch

Seit Februar 2009 entsteht eine Datenbank sprachwissenschaftlich annotierter altdeutscher Texte in Zusammenarbeit von Prof. Dr. Karin Donhauser (Deutsche Sprache und Linguistik, HU Berlin), Prof. Dr. Jost Gippert (Vergleichende Sprachwissenschaft, Univ. Frankfurt/Main) und Prof. Dr. Rosemarie Lühr (Indogermanistik, Univ. Jena) sowie ihren Mitarbeitern. Das Projekt wird von der DFG gefördert. Weitere Informationen gibt es demnächst hier.

Jiddisch

Historische Syntax des Jiddischen mit transkribiertem Textkorpus

Linguistic Change and Language Contact in the Syntax of Yiddish

An der Univ. Jena (DE) werden unter der Leitung von Prof. Dr. Rosemarie Lühr zwei Projekte zum Jiddischen bearbeitet, von denen das eine bis August 2009 durch die DFG gefördert wird (Henrike Kühnert, M.A., Programmierung des Textkorpus: Marc Emmerich), das andere entsteht seit 2002 in Kooperation mit Prof. Dr. Moshe Taube von der Hebrew Univ. Jerusalem (IL) und wird von der German-Israeli Foundation unterstützt (Henrike Kühnert, M.A., Esther-Miriam Wagner, M.A.). Mehr zu Linguistic change und Historische Syntax.

Projekte zu slawischen Sprachen:

Projekte zu baltischen Sprachen:

Altlitauisches Etymologisches Wörterbuch

Unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Hock wird an der Humboldt-Univ. Berlin (DE) eine vollständige etymologische Neuanalyse des altlitauischen Lexikons von den Mitarbeiterinnen Dr. Elvira-Julia Bukevičiūtė und Dr. Anna Helene Feulner erarbeitet. Geplant ist ein Umfang von rund 4000 Artikeln in zwei Bänden. Seit April 2007 wird das Projekt von der DFG gefördert. Mehr zum Projekt ALEW.

Projekte zu "Balkan"-Sprachen und Albanisch:

Das altalbanische Verb im balkanischen Kontext

In dem von dem österreichischen FWF seit Sept. 2006 geförderten Projekt untersuchen Projektleiter Dr. Stefan Schumacher und sein Mitarbeiter Dr. Joachim Matzinger an der Univ. Wien (AT) das Verbalsystem des Altalbanischen aus einer synchronen und diachron-etymologischen Perspektive. Das Albanische spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung des Balkansprachenbundes. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Projekte zum Tocharischen:

Projekte zu indogermanischen Restsprachen:

 


Silbersiegel
(Anatolisch)

Silbersiegel des he­thi­ti­schen Kö­nigs Tarkas(sa)­nawa aus Mira (ana­to­li­sche Hie­ro­gly­phen und Keil­schrift)



Münze
(Lateinisch)

Römische Münze aus der Zeit des Kai­sers Ela­ga­bal (um 220) mit dem Ab­bild ei­ner re­li­giö­sen Pro­zes­sion.

Inschrift:
Sanct Deo Soli
Elagabal

Übersetzung:
dem heiligen Sonnengott
Elagabal